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oben sahen, in jeder Hinsicht ausgenommen.) Es ist fast erschreckend
zu lesen, wie neuerdings gerade die weitblickendsten, ernstest zu
nehmenden Denker weitaus in der Mehrzahl Gobineaus Auffassung
mehr oder minder teilen, wie zumal der einstige Einsturz unserer
ganzen Kultur aus dem Grunde, weil die rechten Rassen nicht
mehr da sein werden, die sie tragen, längst nicht mehr nur eine
Halluzination vereinzelter Sehernaturen, sondern die wohlmotivierte
Befürchtung ruhiger, besonnener Forscher ist.
Wenn dem aber einmal so ist, wird man in all dergleichen
nicht mehr ein Individuelles, sondern ein Allgemeines, nicht mehr
ein Ersonnenes, sondern ein Erlebtes, nicht einen Urton, sondern
ein Echo zu erkennen haben. Die Erfahrungen und Erlebnisse von
Generationen haben sich in solchen Männern zu jener Zukunfts
schau kondensiert, die insbesondere in der Anthropologie und Ethno
logie und verwandten Gebieten fast zu einem integrierenden Be
standteile der forschenden Betrachtung geworden ist. Es gibt doch
zu denken, daß fast alle bedeutenden Denker, welche aus Grund
der tatsächlichen Vorgänge die geschichtliche Bewegung des Menschen
geschlechtes mit der Rasse in Zusammenhang gebracht beziehungs
weise auf diese begründet haben, tief pessimistisch gestimmt wor
den sind, während nur die die Menschheit abstrakt und kon
struktiv als ein Ganzes Fassenden den allgemeinen Fortschritt
weiter predigen und Optimisten bleiben. Insbesondere gilt dies
von den deutschen und französischen Forschern (nach Gobineau und
Vollgraff vor allen Lapouge, Leuste, Ammon, Woltmann), welche
alle die geschichtliche Rassenbewegung als einen durchaus tragischen
Vorgang austasten und dementsprechend in die Zukunft blicken.
Ihnen steht als Sanguiniker ex professo fast nur der Engländer
Chamberlain gegenüber, dessen Lehre denn auch natürlich vor allen
anderen populär geworden ist. Sehr irren aber würde man,
wenn man aus dem Charakter der Lehre die beliebten Rückschlüsse
der Optimisten auf den Charakter ihrer Vertreter machen wollte:
man dürste vielmehr umgekehrt finden, daß alle jene Männer,
Gobineau voran, besonders aufrechte, stahlfeste Gestalten sind. Die
Wahrheit hat sie vor anderen gehärtet, und was ihre Lehre der
allerernstesten Betrachtung empfiehlt, ist die Weise, wie sie sie, jeder
auf eigenem Wege und mit besonderer Begründung, und doch im